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Fotos nach dem Zeltlager: Wohin mit all den Bildern?

Das Zeltlager ist vorbei, die Zelte sind wieder trocken und das Material ist – hoffentlich – vollständig im Lager verstaut. Was bleibt, sind viele Erinnerungen und meistens Hunderte oder sogar Tausende Fotos auf Kameras und Smartphones.

Aus eigener Erfahrung weiß ich: Direkt nach dem Lager fehlt häufig die Zeit und Motivation, sich durch diese Bildermengen zu arbeiten. Trotzdem lohnt es sich, die Fotos zeitnah zu sichern, zu sortieren und sinnvoll weiterzugeben. Denn gute Lagerfotos sind nicht nur schöne Erinnerungen, sondern können auch später für die Öffentlichkeitsarbeit der Gruppe sehr wertvoll sein.

1. Fotos sicher und datenschutzkonform speichern

Der erste Schritt sollte darin bestehen, alle Bilder an einem zentralen und datenschutzkonformen Ort zu sichern. Dafür eignet sich zum Beispiel eine Nextcloud, die vom eigenen Verband, der Kirchengemeinde oder einer anderen vertrauenswürdigen Stelle bereitgestellt wird.

So liegen die Fotos nicht dauerhaft auf den privaten Smartphones verschiedener Leitender oder verstreut in Messenger-Verläufen. Gleichzeitig kann klar geregelt werden, wer Zugriff auf die Bilder hat und wie lange sie gespeichert werden.

Wichtig ist dabei: Nicht alle Personen aus der Leitungsrunde müssen automatisch auf sämtliche Fotos zugreifen können. Gerade bei Bildern von Kindern und Jugendlichen sollte der Personenkreis so klein wie nötig gehalten werden.

2. Aussortieren – und einen eigenen Bildervorrat anlegen

Auch wenn es Arbeit macht: Die Bilder sollten möglichst zeitnah gesichtet und aussortiert werden. Verwackelte Aufnahmen, doppelte Fotos oder Bilder mit unvorteilhaften Situationen können direkt gelöscht werden. Besonders sensibel sollte mit Fotos aus Schwimmbädern, von Wasserspielen, beim Umziehen oder in anderen privaten Situationen umgegangen werden. Nicht jedes Bild, das während des Lagers entstanden ist, muss aufbewahrt oder weitergegeben werden.

Beim Sortieren lohnt es sich, zusätzlich einen Ordner mit besonders guten und vielseitig einsetzbaren Motiven anzulegen. Vielleicht gibt es ein schönes Foto vom Lagerfeuer, vom Zeltaufbau, von einer Wanderung oder von einer gemeinsamen Aktion. Solche Bilder können später im Jahr als eigener Stockfoto-Vorrat dienen – zum Beispiel für Plakate, Instagram-Beiträge, die nächste Lageranmeldung, einen Jahresbericht oder eine Präsentation für mögliche Sponsor*innen.

Natürlich dürfen die Fotos nur für die Zwecke verwendet werden, für die entsprechende Einwilligungen vorliegen. Eine Zustimmung zur Weitergabe an die Eltern ist nicht automatisch eine Zustimmung zur Veröffentlichung auf Instagram oder einem Werbeplakat. Im Zweifel sollte deshalb geprüft werden, welche Bildrechte und Einverständniserklärungen tatsächlich vorliegen.

3. Fotos sortiert und geschützt mit den Familien teilen

Eltern und Teilnehmende freuen sich meistens sehr über Bilder aus dem Lager. Trotzdem sollten die Fotos nicht einfach kommentarlos in eine große Messenger-Gruppe geschickt werden.

Besser ist es, eine sorgfältig ausgewählte und sortierte Bildergalerie bereitzustellen. Die Fotos können beispielsweise nach Tagen, Aktionen oder Ausflügen geordnet werden. So müssen sich Familien nicht durch Hunderte unsortierte Aufnahmen klicken und finden schneller die Bilder, die für sie interessant sind.

Für die Weitergabe bietet sich ein passwortgeschützter oder zeitlich begrenzter Link an. Viele Cloud-Dienste ermöglichen es, Freigaben nach einigen Wochen automatisch auslaufen zu lassen. Das Passwort sollte möglichst über einen anderen Weg als der Link selbst weitergegeben werden.

Vor der Freigabe muss außerdem geprüft werden, welche Kinder und Jugendlichen auf den Bildern zu sehen sind und welche Einwilligungen vorliegen. Auch in einer geschlossenen Galerie sollten nur Fotos geteilt werden, die für die Weitergabe geeignet sind. Ein geschützter Link ersetzt nicht die notwendige Zustimmung der abgebildeten Personen beziehungsweise ihrer Sorgeberechtigten.

Was aus meiner Sicht gar nicht geht

Einige Vorgehensweisen sind zwar bequem, können aber schnell problematisch werden:

  • Bilder kommentarlos in große Messenger-Gruppen schicken
  • komplette, unsortierte Fotoordner weitergeben
  • sensible oder unvorteilhafte Aufnahmen teilen
  • Fotos von Schwimmbadbesuchen oder ähnlichen Situationen ungeprüft verschicken
  • Bilder dauerhaft auf privaten Geräten der Leitenden speichern
  • Fotos später für Werbung oder Social Media verwenden, ohne die dafür notwendigen Einwilligungen zu prüfen
  • öffentlich zugängliche Links ohne Passwort oder Ablaufdatum verbreiten

Gerade in Messenger-Gruppen lässt sich kaum kontrollieren, wer Bilder herunterlädt, weiterleitet oder dauerhaft speichert. Was einmal verschickt wurde, kann häufig nicht mehr zuverlässig zurückgeholt werden.

Lieber wenige gute Bilder als ein riesiger Fotoordner

Aus meiner eigenen Lagererfahrung heraus würde ich immer empfehlen: Nehmt euch nach dem Zeltlager noch einmal bewusst Zeit für die Fotos. Bestimmt am besten ein oder zwei Personen, die alle Bilder zusammentragen, sichern, aussortieren und für die Weitergabe vorbereiten.

Eine kleine, gut ausgewählte Bildergalerie ist für Familien meistens wertvoller als ein Ordner mit 2.000 unsortierten Dateien. Gleichzeitig entsteht so ein guter und rechtssicher nutzbarer Bildervorrat für die zukünftige Arbeit eurer Gruppe.

Wenn ihr unsicher seid, welche Cloud-Lösung geeignet ist, welche Einwilligungen ihr benötigt oder welche Bilder ihr weitergeben dürft, müsst ihr diese Fragen nicht allein klären. Wendet euch an eure Dekanatsreferent*innen für Jugend und Familie oder an das zuständige Diözesanbüro eures Jugendverbandes. Dort bekommt ihr Unterstützung bei Fragen rund um Datenschutz, Bildrechte und Öffentlichkeitsarbeit.

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